“Ich brauch´keine Vollmacht, wir sind doch verheiratet!”

Guten Tag,

michael-hey_generation-beratung_volksbank-stade-cuxhavenmein Name ist Michael Hey, ich leite die Geschäftsstelle der Volksbank Stade-Cuxhaven eG in Döse. Wie meine Kolleginnen und Kollegen, die mit mir diesen Blog schreiben, bin auch ich zertifizierter GenerationenBerater und möchte mit dazu beitragen, dass offene Gespräche über Vorsorge in Familien oder Lebensgemeinschaften zur Selbstverständlichkeit werden und wichtige Fragen so bereits im Vorwege geklärt werden können.

Mein heutiger Beitrag dreht sich um ein ernstes Thema und ein damit verbundenes, weit verbreitetes Missverständnis, das mir in meiner täglichen Arbeit leider immer wieder begegnet. Natürlich will und darf ich Ihnen keine konkreten Bespiele nennen. Die Umstände sind aber in der Regel erschreckend normal, daher lassen sie sich auch an einem fiktiven Fall erläutern.

Stellen Sie sich ein älteres Ehepaar vor. Sie sind seit 27 Jahren verheiratet, er ist noch berufstätig, sie genießt ihren wohlverdienten Ruhestand. An einem Montagabend kommt der Ehemann nicht zur gewohnten Uhrzeit nach Hause und ist auch nicht auf seinem Mobiltelefon erreichbar. Ungefähr eine halbe Stunde später erhält seine Frau einen Anruf aus dem Krankenhaus: Ihr Mann hatte einen Verkehrsunfall, ist schwer verletzt und liegt im Koma. Sie fährt natürlich sofort in die Klinik, erhält aber keine Auskünfte, da die Ärzte auch gegenüber Angehörigen an ihre Schweigepflicht gebunden sind. Auf Ihren Einwand hin, dass sie doch rechtmäßig verheiratet sind, wird sie gefragt, ob sie sich denn gegenseitig keine Vorsorgevollmacht erteilt haben. Das haben die beiden aber leider versäumt.

Nun kann die Ehefrau weder auf medizinische Entscheidungen Einfluss nehmen, noch bestimmen, wo und wie ihr Mann in Zukunft versorgt wird.

Der zeitliche Aufwand, der mit dem Ausstellen einer Vorsorgevollmacht und einer Betreuungsverfügung entsteht, lässt sich in Minuten beziffern. Demgegenüber stehen zahlreiche Wege, Kosten und Mühen, eventuell auch Gerichtsverfahren, wenn dem geliebten und vertrauten Ehepartner ein fremder Berufsbetreuer vom Gericht zugewiesen wird.

Wer vom Schicksal schon schwer getroffen wurde, muss dann auch noch darum kämpfen, den ursprünglichen Willen des Partners durchzusetzen, weil ein simples Formblatt nicht ausgefüllt wurde, als man noch miteinander sprechen konnte.

Diese Fälle beschäftigen mich immer sehr, daher ist es mir auch ein ganz persönliches Anliegen, dieses folgenschwere Missverständnis aufzuklären. Nehmen Sie sich einfach eine halbe oder ganze Stunde Zeit, reden Sie auch mit Ihren engsten Angehörigen darüber. Wenn Sie es wünschen nimmt auch gerne ein GenerationenBerater an diesem Gespräch teil.

Beste Grüße,

Michael Hey
GenerationenBerater IHK der Volksbank Stade-Cuxhaven in Döse
Telefon: 0 47 21 / 395 05-1
E-Mail: michael.hey(at)vobaeg.de